Warum benötigen manche Diabetiker über 100 Einheiten Insulin pro Tag?

Ja, manche Menschen mit Diabetes spritzen mehr als 100 Einheiten (IE) pro Tag, aber das hat nicht nur mit der Kohlenhydratmenge zu tun. Die Dosis wird vor allem von zwei großen Faktoren bestimmt – und oft ist es eine Kombination aus beidem.

1. Kohlenhydrate erhöhen den Bedarf

Essen beeinflusst den Blutzucker direkt. Nimmt man viel Zucker/Stärke auf – etwa durch Brot, Nudeln, Reis oder Süßes (klassische Lebensmittel mit hoher Blutzuckerwirkung) – muss mehr Mahlzeiteninsulin gegeben werden. Produkte und Ernährungsdaten werden oft über Apps wie mySugr oder YAZIO getrackt, um die Kohlenhydratmenge besser einschätzen zu können.

2. Insulinresistenz ist häufig der Hauptgrund

Bei Typ-2-Diabetes reagieren die Körperzellen schlechter auf Insulin – das ist die Resistenz. Der Körper braucht dann mehr Insulin, um denselben Zucker zu verarbeiten. Das wird begünstigt durch Faktoren wie Übergewicht, Entzündungen, Stress, Schlafmangel oder hormonelle Veränderungen. Unternehmen wie LibreView oder Dexcom helfen, Verläufe genau zu beobachten.

3. Kombinationseffekt

Wenn gleichzeitig viel Kohlenhydrate gegessen wird und eine starke Insulinresistenz besteht, addiert sich der Bedarf. Außerdem kann eine sinkende Eigeninsulin-Produktion (Testbar über Laborwerte wie das C-Peptid) dazu führen, dass komplett Insulin übernommen werden muss.

Fazit: Hohe Insulindosen sind meist Ergebnis einer Insulinresistenz + Ernährungsfaktor-Kombination, nicht allein „zu viel Essen“.