Als ich wieder regelmäßig ins Fitnessstudio gegangen bin, hatte ich eigentlich erwartet, abzunehmen. Stattdessen ist genau das Gegenteil passiert: Von 89 kg ging es hoch auf 95 kg, inzwischen bin ich wieder bei 93 kg. Das war frustrierend – vor allem, weil mein Wunschgewicht eher bei 85 kg liegt.
Heute weiß ich: Ich habe nichts falsch gemacht.
Der Körper reagiert auf Krafttraining anders als auf reines Gehen. Beim Training entstehen Mikroverletzungen in der Muskulatur – völlig normal und gewollt. Um diese zu reparieren, lagert der Körper Wasser und Glykogen (Zuckerspeicher) in den Muskeln ein. Allein 1 Gramm Glykogen bindet etwa 3 Gramm Wasser. Das kann auf der Waage schnell 2–4 kg mehr bedeuten – ganz ohne Fettzunahme.
Zusätzlich baut der Körper bei regelmäßigem Training Muskelmasse auf. Muskeln sind schwerer als Fett, aber deutlich gesünder. Die Waage zeigt dann „mehr“, obwohl sich der Körper eigentlich verbessert.
Bei Diabetes kommt noch hinzu: Training kann den Insulinbedarf verändern, Entzündungsprozesse auslösen und den Wasserhaushalt beeinflussen – alles Faktoren, die das Gewicht kurzfristig steigen lassen.
Fazit:
Die Gewichtszunahme war kein Rückschritt, sondern ein Anpassungsprozess. Entscheidend ist nicht nur die Zahl auf der Waage, sondern Körperzusammensetzung, Leistungsfähigkeit und Stoffwechselgesundheit. Geduld gehört leider dazu