Heute Morgen habe ich wieder einen kleinen Selbstversuch gemacht.
Viele Menschen mit Diabetes achten auf Broteinheiten (BE) oder Kohlenhydrate. Aber mein Sensor zeigt mir immer wieder: Nicht nur die Menge entscheidet – sondern vor allem, wie schnell die Kohlenhydrate ins Blut gehen.
Mein Frühstück bestand heute unter anderem aus einer kleinen Laugenbrezel mit etwa 65 g Gewicht. Dazu etwas Obst, Joghurt, Gemüse und Aufstrich. Insgesamt also kein außergewöhnliches Frühstück.
Vor dem Frühstück lag mein Zucker im guten Bereich.
Dann kam die Brezel.
Innerhalb kurzer Zeit stieg mein Blutzucker stark an.
Zuerst auf über 200 mg/dL, dann weiter nach oben.
Der höchste gemessene Wert lag bei 292 mg/dL.
Das ist für mich ein klares Signal.
Um den Wert wieder zu stabilisieren, musste ich um 10:30 Uhr zusätzlich 10 Einheiten Insulin nachspritzen. Erst danach begann der Wert wieder zu sinken.
Und das alles wegen einer einzigen Brezel mit 65 g.
Mein Fazit aus diesem Selbstversuch
Wenn ich eines aus diesem Experiment mitnehme, dann ist es dieses:
Wer keine Zuckerwerte nahe 300 mg/dL sehen möchte, sollte auf Laugenbrezeln lieber verzichten.
Zumindest gilt das für mich persönlich sehr deutlich.
Der Vergleich mit anderen Brotsorten
Interessant ist für mich der Vergleich mit anderen Varianten, die ich in den letzten Tagen getestet habe:
Laugenbrezel (Weißmehl + Lauge)
→ sehr schneller Anstieg des Blutzuckers
→ extreme Spitzenwerte möglich
Brötchen oder Brot aus normalem Weizenmehl
→ ebenfalls schneller Anstieg, aber meist etwas moderater
Emmerbrot
→ deutlich stabilerer Verlauf, da die Struktur des Getreides anders ist
Mein selbst gebackenes Brot / Brötchen
(Mischung aus verschiedenen Mehlen und Sauerteig)
→ bislang die stabilsten Werte in meinen Messungen
Hier zeigt sich ein wichtiger Punkt:
Nicht jedes Brot wirkt im Körper gleich.
Zwei Lebensmittel können die gleiche Menge Kohlenhydrate haben – und trotzdem völlig unterschiedliche Auswirkungen auf den Blutzucker.
Warum ich solche Selbstversuche mache
Mein Ziel ist nicht, irgendjemandem Vorschriften zu machen. Jeder Körper reagiert anders.
Aber mit einem kontinuierlichen Glukosesensor kann ich sehr gut beobachten, wie mein Körper auf bestimmte Lebensmittel reagiert.
Und manchmal sind die Ergebnisse überraschend.
Die Laugenbrezel gehört für mich inzwischen eindeutig in die Kategorie:
„Schmeckt gut – treibt aber den Blutzucker extrem.“
Meine persönliche Konsequenz
Ich werde weiterhin gelegentlich solche Tests machen.
Aber für den Alltag gilt für mich immer mehr:
Lieber gutes Brot als Laugenbrezel.
Mein Körper dankt es mir mit deutlich stabileren Werten.
Wenn ihr Diabetes habt oder euren Blutzucker beobachtet, würde mich interessieren:
Wie reagiert euer Blutzucker auf Laugengebäck?
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder ganz andere?




