Was ist „schlimmer“ – ein zu hoher oder ein zu niedriger Blutzuckerwert?

Beides ist gefährlich, aber auf unterschiedliche Weise. Ein zu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) ist akut gefährlich. Das bedeutet: Er kann innerhalb von Minuten zu Problemen führen. Wenn der Blutzucker stark fällt, bekommt das Gehirn zu wenig Energie. Typische Anzeichen sind Zittern, Schwitzen, Herzrasen, Hunger, Unruhe oder Konzentrationsstörungen. Wird die Hypo nicht rechtzeitig behandelt, kann es zu Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen kommen. Deshalb gilt: Eine Unterzuckerung erfordert sofortiges Handeln – z. B. Traubenzucker oder Saft.

Ein zu hoher Blutzucker (Hyperglykämie) ist dagegen meist nicht sofort lebensbedrohlich, aber langfristig sehr gefährlich. Über Stunden oder Tage kann ein extrem hoher Wert zu Dehydration, Ketoazidose oder einem hyperosmolaren Zustand führen. Und dauerhaft erhöhte Werte über Monate schädigen Gefäße, Nieren, Augen, Nerven und Herz.

Vereinfacht gesagt:

  • Unterzuckerung = kurzfristig gefährlicher
  • Überzuckerung = langfristig gefährlicher

Die größte Herausforderung vieler Diabetiker ist deshalb, eine gute Balance zu finden – ohne starke Ausschläge nach oben oder unten. Moderne Sensoren und passende Therapie helfen dabei, im Zielbereich zu bleiben.